Religionsfreiheit in Costa Rica

«Christliche Werte sind Fundament der Gesellschaft»

In einem Exklusiv-Interview mit dem christlichen Nachrichtenportal Mundo Cristiano äusserte sich Costa Ricas Präsidentin Laura Chinchilla zur Religionsfreiheit und zur Toleranz gegenüber Homosexuellen.

Zoom
Costa Ricas Präsidentin Laura Chinchilla
Die Präsidentin des Zentralamerikanischen Landes gab zu, dass die Religionsvielfalt des Landes in der Vergangenheit nicht stark gefördert wurde. Die Religionszugehörigkeit des Staates sei zwar in der Verfassung verankert, doch die Präsidentin empfindet, dass «in Wirklichkeit dieser Artikel verhindert hat, dass sich derjenige weiter entwickelt, der für die Religionsfreiheit einsteht.»

Gott als Fundament einer Gesellschaft

Die katholische Kirche sei aus Tradition vorherrschend, doch andere Religionen hätten sich ihren Weg gebahnt, was von der Öffentlichkeit auch unterstützt worden sei. Es gäbe vielleicht noch Möglichkeiten, die Freiheiten der religiösen Praxis weiter auszubauen, doch «verglichen mit anderen Ländern ist Costa Rica ein Staat, in dem gute Bedingungen und viel Toleranz herrschen», so Laura Chinchilla.

Gleichzeitig ist die Präsidentin der Meinung, dass Gott, der Liebe und Verständnis schenkt, das Fundament jeder Ehe und Familie und letztlich der Gesellschaft sein sollte: «Es ist sehr schwierig, sich eine Gesellschaft ohne das Konzept eines Gottes vorzustellen, in dem diese grundlegenden und lebenswichtigen Werte verankert sind.»

Mit Toleranz zur Lösung

Chinchilla, die das erste weibliche Oberhaupt des Landes ist, äusserte sich auch zu der Diskussion der Rechte der Homosexuellen, die in ganz Lateinamerika derzeit grosse Wellen schlägt. Für die Präsidentin sei das Schlüsselwort «Toleranz». «Auf der einen Seite müssen einige Gruppierungen verstehen, dass man Menschen aufgrund ihrer sexuellen Vorlieben nicht den Zugang zu gewissen Rechten, vor allem Zivilrechten, verwehren kann; auf der anderen Seite müssen andere Gruppierungen aber auch den Wert bestimmter Institutionen einer Gesellschaft sehen, beispielsweise der Ehe, die sich mit ihren Werten und Prinzipien zu einer zentralen Institution unserer Gesellschaft entwickelt hat.» Mit gegenseiter Toleranz könne man hier für Costa Rica eine Lösung finden.

Während das uruguayische Parlament Anfang Dezember dem Gesetz zur Homosexuellenehe zugestimmt hatte, versuchen konservative Abgeordnete in Chile, die traditionelle Ehe zwischen Mann und Frau in der Verfassung des Landes zu verankern.

Das komplette Interview finden Sie hier (in spanischer Sprache).

Zum Thema:
Uruguay: «Keine Anstiftung zur Abtreibung»

Datum: 07.01.2013
Autor: Rebekka Schmidt
Quelle: Livenet / Mundo Cristiano

Publireportage

«Jeder ist berufen natürlich-übernatürlich zu leben» – das ist eine tiefe Überzeugung der SLA (Supernatural Life Academy).

Anzeige

Diese Artikel könnten Sie interessieren

Angriffe brachten Segen
Seit zwei Jahren herrscht im Jemen Krieg. Für die wenigen Tausend Christen im Land ist die Situation äusserst schwer. Und doch gibt es Konsequenzen...
Für 2017 und in Zukunft
Vor einiger Zeit sagte der philippinische Präsident Rodrigo Duterte in einer Rede, dass Gott ihm gesagt habe, er solle nicht mehr fluchen (Livenet...
Wie tickt «das Volk»?
Gefühle und Stimmungen beeinflussen viele Wähler und Stimmbürgerinnen mehr als Fakten, wie die Präsidentenwahl in den USA gezeigt hat. Auch Europa...
Vergebung mitten im Krieg
Livenet-Redaktor Hauke Burgarth erlebte bei einem Hilfseinsatz im Irak live viel Eindrückliches. Unter anderem erkannte er, wie selbstverständlich...

Werbung

Adressen

CGS ECS ICS

Werbung