Öl-Verschmutzung
Worship-Sabotage im Golf von Mexiko
Den natürlichen Reichtum des Planeten bewahren, hiesse auch, technische Katastrophen vermeiden. Und wäre Christenpflicht. US-amerikanische Christen nehmen sie angesichts der Ölmassen im Golf von Mexiko nun ernster.Bisher energieversessene US-Amerikaner fangen an, umzudenken. Die Ölpest im Golf von Mexiko zwingt auch Christen, die ökologische Seite des Glaubens anzuerkennen. «Der BP-Ölteppich hat uns die Sorge um die Schöpfung nahe gebracht», schreibt das evangelikale Online-Portal Christianity Today (CT) in einem Editorial.
«Ob globale Erwärmung eine schwere Bedrohung ist oder nicht, menschengemacht oder nicht - wir alle sind uns heute unserer Beziehung zu anderen Teilen von Gottes Schöpfung deutlicher bewusst.»
Verwalter, nicht Eigentümer
CT erinnert an die Weisungen Gottes in der Bibel, die den Menschen nicht erlauben, die Erde selbstsüchtig auszubeuten und zu zerstören. «Wir haben Autorität, gewiss, aber es ist die Autorität eines Verwalters, der im Auftrag eines andern zum Rechten sieht.»Gemäss der Bibel bezeugt die ganze Schöpfung - Tiere, Pflanzen, Berge und das Meer - Gottes Güte und Barmherzigkeit (Psalm 96,11-13).
«Die Hauptsache, die wir zu verwalten haben, ist die Fähigkeit der Schöpfung, Gott zu verherrlichen.» Die Menschen selbst sollten die Herrlichkeit Gottes zum Ausdruck bringen. Das hält bereits der Westminster Catechism fest, der für die angelsächsische Welt prägend ist: «... to glorify God and enjoy him forever». Die Menschen hätten aber auch dafür zu sorgen, dass die ganze Schöpfung Gott die Ehre gibt.
Wie der 11. September
Ein Meer voll von schwarzem Öl «erstickt Leben, statt es zu nähren. Das Meer hallt nicht wider von Gottes Ehre, sondern ist zu einem Zeichen menschlicher Gier und frevelhaften Übermuts geworden.» So ist gemäss CT die Zerstörung der Umwelt nicht nur ein ökonomisches, sondern auch ein theologisches Problem. «Sie sabotiert die Anbetung Gottes (it sabotages worship), die eigentliche Bestimmung des Menschen und der Schöpfung.»Für die USA sei die Ölverschmutzung als ökologische Katastrophe ähnlich dramatisch wie der 11. September 2001. Unter Christen - vor allem am Golf - hat sie laut CT eine Bussbewegung ausgelöst.
Viele bereuten, dass sie gedankenlos viel Energie verbraucht und das Treiben der Ölindustrie nicht kritisch verfolgt haben. Die theologisch konservativen Südlichen Baptisten verurteilten in einer Entschliessung die für die Ölpest Verantwortlichen.
Glaubwürdig - mit Umweltbewusstsein
US-Christen werden gewahr, dass ihre Glaubwürdigkeit leidet. Kirchen verkündeten die Erlösung durch Christus, doch ihre Mitglieder lebten sie in manchen Bereichen nicht aus, schreibt CT und zitiert den Baptisten-Theologen Russell Moore aus der Küstenstadt Biloxi: «Werden die Leute uns glauben, wenn wir von dem Einen reden, der Leben im Überfluss bringt, wenn sie sehen, dass uns das egal ist, was tötet und zerstört?»Christen müssten dazu sehen, dass die Natur weiterhin Gott die Ehre geben könne. Das umfasse auch ein effizientes Heizen und Kühlen von Gebäuden, weniger Abfall in der Kirche und «hundert weitere Dinge».
Zum Thema:
Das (biblische) Gericht im Golf

