Am Rande des Africa-Cup

Niger: Echte Lebensbäume gepflanzt

Derzeit wird der Africa-Cup ausgetragen, das Pendant zum Europa-Cup. Livenet nimmt zehn der teilnehmenden Nationen in den Fokus und berichtet über eine positive Geschichte. Heute steht Niger im Zentrum; das Land nimmt erstmals am Africa Cup teil.

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Gruppenfoto mit David Schwitter (hinten rechts)
Im Niger heissen sie «Arbres de vie», also «Lebensbäume», auch wenn die botanische Bezeichnung ihm den Namen Moringabaum zuweist. «World Vision erzielte erfolgreiche Pilotversuche mit dem Anbau dieser Bäume», bilanziert David Schwitter. «Die Resultate», so der Verantwortliche der Niger-Programme des christlichen Hilfswerkes weiter, «erlauben es dem Volk während der heissen Trockenzeit, sich bemerkenswert besser zu ernähren und die bekannten Mangelerscheinungen zu umgehen. Und sie konnten erst noch einen Gewinn erwirtschaften, durch den Verkauf der Blätter in andere Dörfer.»

Der Grund ist, dass das Laub dieser Bäume viermal mehr Vitamin A aufweist, als die Möhren und sogar siebenmal mehr Vitamin C als Orangen; auch der Eisengehalt ist grösser als in anderen Gemüse- und Obstsorten.

Wie man einen Baum isst

Zwar kennt man den Baum in der Hauptstadt Niamey, wo er professionell angebaut wird. «Erste Pilotversuche fanden aber in einer ländlichen Gegend statt, die mehr als 1‘000 Kilometer von der Hauptstadt entfernt liegt», orientiert David Schwitter.

Und so wurde die Blatternte zur Wunderwaffe im Kampf gegen die Mangelernährung. «Wir konnten Kinder wieder aufpäppeln und schwangere Frauen versorgen. Die Blätter können als Pulver der üblichen Ernährung beigegeben werden, vorzugsweise nicht während dem Kochprozess, sondern danach, um die Vitamine zu schonen.

Auf dem Markt findet man aber auch frische und trockene Moringablätter, die zusammen mit Erdnussbutter, Zwiebeln und Gewürzen zu einem hervorragendem Gericht verarbeitet werden.» Angebaut werde er nun auch in dieser Gegend in einer Mischkultur mit Pflanzenbeeten. «Ich lebte sechs Jahre in Mali, wo ich diesen Baum ebenfalls anpflanzte und wir damit die Gesundheit des Volks ebenfalls steigern konnten.»

Hoffnung gesät

Auch im Niger führt «World Vision» Kinderpatenschaftsprogramme durch. Eines von vielen Kindern ist Pama Abdouleye. Das Mädchen ist seit Beginn des Programmes in West Harobanda im Jahr 2000 dabei. «Sie hat während dieser Zeit einen regen Kontakt mit ihrer Patenfamilie aufbauen können und erlebt den Austausch als sehr positiv. Die Anteilnahme der Patenfamilie an ihrem Leben und insbesondere an ihrer Schulbildung und zukünftiger Berufsausbildung macht ihr Mut, ihren Wunsch realisieren zu können, einmal Pflegefachfrau zu werden. Nach Abschluss der Grundausbildung möchte sie einer Ausbildung im Gesundheitswesen nachgehen.»

Durch die Programminterventionen in der Schule wurden Klassenzimmer erstellt und eingerichtet, sowie Lehrern Weiterbildungen ermöglicht, um die Qualität des Unterrichtes zu verbessern und ausserdem wurden didaktische Schulunterlagen bereitgestellt. Auch habe man Gesundheitszentren unterstützt, Mangelernährung bekämpft, Impfungen durchgeführt und die Hygiene verbessert sowie den Ort besser mit Trinkwasser erschlossen.

Webseiten:
Afrika-Cup (in deutscher Sprache)
World Vision

Lesen Sie auch:
Sudan: Gangleader kapituliert

Datum: 28.01.2012
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Jesus.ch

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