«Aylan Insel» als Zufluchtsort

Koptischer Geschäftsmann will Insel für Flüchtlinge kaufen

Das Bild des verstorbenen, am Strand liegenden Aylan Kurdi berührte das Herz von Naguib Sawiris. Der koptische Milliardär will nun eine Insel kaufen und bis zu 200'000 Flüchtlingen eine neue Heimat und Jobs bieten.

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Naguib Sawiris auf einer Pressekonferenz
Der Name der Insel soll nach dem Jungen benannt werden und «Aylan Island» («Aylan Insel») heissen.

Naguib Sawiris ist Hauptaktionär des ägyptischen Telekommunikationsunternehmens «Orascom TMT». Bereits hat er Briefe an Griechenland und Italien geschrieben, mit der Bitte, eine Insel zu verkaufen, auf welcher er 100'000 bis 200'000 Menschen aufnehmen kann. Sie sollen dort leben und arbeiten.

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Aylan Kurdi berührte das Herz von Naguib Sawiris

«Als ich das Bild von Aylan gesehen habe, bin ich aufgewacht. Es hat mich sehr stark berührt», erklärt Sawiris. Es gehe ihm nahe, wenn er sehe, wie die Flüchtlinge in Züge und Busse gesteckt werden. «Ich konnte nicht dasitzen und so tun, als wäre das nicht mein Problem.»

«Den Rest erledige ich»

Die Herausforderung sei aber nicht nur das Finden und der Kauf der Insel, sondern die Einwilligung des Staates, da auf diesem Land immer noch die Justiz der entsprechenden Nation gelte. «Die Ankömmlinge haben zum Beispiel keine Visen, dazu braucht es eine Agentur. Es braucht die Bewilligung der Regierung, dass auf dieser Insel Einwanderer leben dürfen.» Griechenland, so Sawiris weiter, verfüge aber über viele Inseln, die zum Verkauf ausgeschrieben sind.

Wenn er eine Insel erhalte, werde er sich um den Rest kümmern. Er werde einen provisorischen Hafen, ein Spital und einen Supermarkt bauen sowie temporäre Häuser, Schulen und anderes. Sawiris: «Diese Menschen erhalten Jobs und bauen eine neue Stadt. Denn dieser Krieg wird nicht in ein paar Wochen oder Monaten vorüber sein. Es kann Jahre dauern.» Wichtig sei, dass es schnell geschehe, denn bald komme der Winter.

Gegenüber der «Zeit» sagte Sawiris zudem: «Die Flüchtlinge werde ich dort alle beschäftigen, sie bauen Schulen und ein Krankenhaus und Supermärkte. Andere können in der Landwirtschaft arbeiten. Wenn der Krieg in Syrien eines Tages vorbei ist, können die Leute entscheiden, ob sie zurückgehen oder bleiben wollen. Ich mache keine leeren Worte», sagte Sawiris in einer Sendung von CNN.

Saudi-Arabien hätte Platz

Jordanien habe mehr als eine Million Flüchtlinge aufgenommen, die Türkei mehr als 1,5 Millionen. Doch Saudi-Arabien und Ägypten nahezu niemanden, erklärte der Moderator, der CNN-Sendung, Fareed Zakaria. Er stellte auch fest, dass Saudi-Arabien wohl über viel Land verfüge und eine griechische Insel gar nicht erst gekauft werden müsste.

Sawiris entgegnete darauf: «Ägypten hat 400'000 Syrer aufgenommen doch ich denke, man könnte noch mehr tun. Doch betreffend Saudi-Arabien, Kuwait und den Emiraten stimmt das. Oder auch bezüglich Katar, welche die falsche Seite finanziell unterstützt.»

Zum Thema:
Interview CNN (Englisch)
Flüchtlingshilfe in Jordanien: «Die, die kommen, haben alles verloren»
Aufruf der SEA: Das Schicksal der Bootsflüchtlinge drängt zum Handeln

Datum: 19.09.2015
Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet.ch/CNN/Gospel Herald

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