Intoleranz in Nordafrika

Marokko macht «sauber»

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Das Rose Valley in Marokko, weniger idyllisch ist das Leben zur Zeit für die Christenheit des Landes (Foto: Rosino)
Die Säuberungsaktion gegen ausländische Christen geht in Marokko weiter.
Eine neue Ausweisungswelle weckt Sorge um mit Marokkanern verheiratete Ausländer - und um die einheimische christliche Minderheit.

Marokkanische Behörden haben in den letzten Tagen acht weitere ausländische Christen des Landes verwiesen. Die Zahl deportierter Christen ist damit seit März 2010 auf 128 angewachsen. Zwei ausländische Frauen, die mit marokkanischen Christen verheiratet sind, wurden in diese dritte Ausweisungswelle nun eingeschlossen. Nun wächst die Sorge, dass die lokalen Behörden beabsichtigen, die kleine aber wachsende protestantische Gemeinschaft des Landes zu treffen. «Sie haben jetzt alle Angst», sagte eine Quelle zur «Hilfe für Mensch und Kirche» (HMK), «weil dies Leute betrifft, die verheiratet sind.»

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Ob sich ihr Staat künftig zur Freiheit bekennen wird?
Andere fürchten, dass harte Repressionen gegen einheimische Christen folgen, sobald die Ausländer ausgeschafft sind. Wie aus dem Nichts wurden verschiedentlich Männer ausgewiesen, sie hatten wenige Stunden Zeit zum Packen. Ihre Frauen konnten noch etwas länger bleiben, etwa um die Abgabe des Hauses zu organisieren. Es handelt sich dabei um Menschen, die seit mehreren Jahren im Land lebten und die sich nichts hatten zu Schulden kommen lassen. «Diese Ausweisungen sind zwar illegal, durch die kurze Frist werden die Opfer aber überrumpelt», sagt eine Beobachterin.

Erneute Ausweisungswelle

Bei einer der Frauen, einer Libanesin, die mit einem Marokkaner verheiratet ist, wurde im Juni Krebs diagnostiziert. Sie ist Mutter einer 6jährigen Tochter, die sie in Marokko zurücklassen musste. Am 28. Juni 2010 wurde auch eine spanische Staatsbürgerin, die 31jährige Sara Domene ausgewiesen. Sie arbeitete als Sprachlehrerin in der West-Sahara, einem Gebiet unter marokkanischer Verwaltung.
Am Freitag, dem 25. Juni 2010, hatten die Behörden überall in Marokko ausländische Christen auf Polizeireviere bestellt und ihnen eröffnet, sie müssten innerhalb von 48 Stunden das Land verlassen - wegen «Bedrohung der öffentlichen Ordnung». Angehörige anderer Nationalitäten, die gezwungen wurden, über das Wochenende das Land zu verlassen, stammten aus Frankreich, Ägypten, Libanon, der Schweiz, Nigeria und Spanien.

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Marokko liegt im Westen Nordafrikas
«Proselytismus»

Laut «Open Doors» verweist die marokkanischen Behörden Christen vor allem weil diese angeblich ihren Glauben weitergeben würden. Eine Ausweisung ist aber in Marokko illegal. Zum Rechtfertigen wird behauptet, die Ausländer seien eine Bedrohung für den Staat.
Die Deportationen erfolgen im Laufe einer die ganze Nation umfassenden Schmutzkampagne, deren Ziel es ist, Christen in Marokko wegen «Proselytismus» zu verunglimpfen. Unter diesem Schlagwort wird weithin verstanden, dass Menschen bestochen werden, damit sie ihren Glauben wechseln.

Quelle: livenet.ch, HMK, Open Doors

Datum: 12.07.2010

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