Europäischen Konferenz: "Mütter in Kontakt"

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Winterthur. Rund 500 Frauen trafen sich zur ersten europäischen Konferenz "Mütter in Kontakt", kurz MIK genannt, in der Reithalle Teuchelweiher in Winterthur. Höhepunkt der Tagung waren die Referate der Gründerin und Präsidentin dieser in über 90 Ländern aktiven Organisation, Fern Nichols aus Kalifornien, USA. Sie gründete 1984 "Mums in touch", die inzwischen als Bewegung weltweit Fuss gefasst hat.

Gleich von Beginn weg beeindruckte die ausgezeichnete Organisation des Anlasses. Überall waren die Spuren von einfühlsamen Frauenhänden sichtbar, sei es bei der Auswahl der Tagungsaccessoires, (Rosenmotive auf der zartrosa Tagungstasche, kleines Parfüm als Willkommensgruss), der Dekoration oder den weichen Polstern auf den Stühlen. "Du bist ein Wohlgeruch des Herrn" hiess es auf den Begrüssungskarten. Diese Ermutigungsstrategie durchzog die Tagung wie ein roter Faden. Mütter aus vielen Ländern Europas, aus Russland, sogar aus Afrika und viele aus der Schweiz wurden neu motiviert, ihre kostbare Aufgabe des Gebets weiterzuführen und zu vertiefen. Immer wieder veranschaulichte die Referentin an biblischen Beispielen, wie wichtig der Gebetsdienst ist: nicht nur vom Beten reden, sondern es auch tun.

Wie aber kann dies geschehen, ohne kraftlos zu werden? Dazu hat MIK ein Büchlein herausgegeben, das inzwischen in 22 Sprachen übersetzt ist. Das Prinzip ist erstaunlich einfach: 4 Schritte empfiehlt MIK für die wöchentliche Gebetszeit, zusammen mit andern Müttern (Anbetung, Schuldbekenntnis, Dank, Fürbitte). Ziel der 1-stündigen Zusammenkunft ist nicht der Austausch, sondern das Gebet. Getränk und Plaudern können anschliessend stattfinden in freiwilligem Rahmen. Eine Bibelstelle aus Jeremia 2 gibt die Zielsetzung an: "Schütte dein Herz vor dem Herrn aus wie Wasser. Hebe deine Hände zu ihm auf um des Lebens deiner jungen Kinder willen." Die ganze Tagung war nach diesen vier Schritten aufgebaut. Sie wurden einzeln praktiziert. Beeindruckt hat der geistliche Tiefgang. So ist es MIK ein Anliegen, die biblische Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren. Wöchentlich wird ein Thema ausgewählt und ein bestimmter Bibelvers für die umbeteten Kinder gewählt: Eine ganz grosse Vision hat MIK-Schweiz vor Augen: Für jedes Schulhaus eine Gruppe betender Mütter, weil dieses geistliche Netzwerk mithelfen kann, dass für Kinder und deren Lehrernnen und Lehrer gebetet wird. In einem anschaulichen Beispiel brachte die Koordinatorin aus Russland es auf den Punkt. Sie hatte eine Babuschka mitgbracht, aus deren Bauch sie immer mehr Puppen zauberte und erklärte: "Es steckt mehr in uns drin, bleiben wir nicht in uns verschlossen, sondern vermehren unsere Fähigkeiten!"

Interview

Was steckt hinter dem Erfolg der Mütterbewegung? Ingrid Rubli führte mit der Koordinatorin von MIK-Schweiz, Vreni Henriksen ein kurzes Gespräch.

Wie sieht die konfessionelle Zusammensetzung in den Gruppen aus?

Vreni Henriksen: Aus allen Konfessionen sind Mütter dabei. Sie verbindet das gemeinsame Beten. Das Gebet ist stark strukturiert und auf eine Stunde beschränkt. Dies hilft sicher, dass gewisse Konflikte gar nicht entstehen.

Wie erklären Sie sich das grosse Wachstum der Bewegung?

Henriksen: Gott tut es, ich staune darüber! Im Übrigen möchte ich unsere Arbeit nicht an Zahlen messen. Sicher spielt mit, dass sämtliche Mitarbeiterinnen von ihrer Arbeit begeistert sind.

Worin besteht das Geheimnis dieser Zusammenkünfte?

Henriksen: Die Mütter bekommen Ermutigung und Hoffnung. Sie können konkret mit Problemen umgehen und lernen eine neue Art zu denken. Jede Woche wird ein Thema ausgewählt und anhand einer Bibelstelle nachgelesen, wie Gott ist. So entsteht eine tiefere Beziehung zu ihm. Anstelle zu reklamieren, beginnen die Mütter Schüler, Lehrer und Lehrerinnnen zu ermutigen.

Welche Vision haben Sie für die Zukunft?

Henriksen: Wir erhoffen uns für jede Schule in der Schweiz eine MIK-Gruppe. Dies ist unser Auftrag, Mütter zu ermutigen, dass sie für ihre eigenen und andere Kinder beten und so das Klima an den Schulen positiv mitgestalten. Dazu helfen auch unsere Kontakte zu andern Organisationen. So durften wir an verschiedenen Veranstaltungen unsere Arbeit in Workshops vorstellen.

Autorin: Ingrid Rubli-Locher

Datum: 08.09.2002
Quelle: ideaSpektrum Schweiz

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