Finanzen

Jesus und das Entweder-Oder

Wer auf mehreren Hochzeiten tanzt, hat gegensätzliche Ansprüche unter einen Hut zu bringen. In der Multioptions-Gesellschaft wird dem Beifall geklatscht, der daraus brillant Profit schlägt. Wir sind temporär für vieles zu haben und fühlen uns umso freier, je erfolgreicher wir jonglieren. Wissen wir dabei noch, wer wir sind?

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Prioritäten richtig setzen – auch bei den Finanzen.
Jesus ist der Lehrer der Freiheit. Er lebt Freiheit vor. Mit seinem Lebensstil verdeutlicht er: Frei ist, wer nicht in Abhängigkeiten steckt, wer davon befreit wurde. Seine Freiheit hat eine besondere Qualität: Frei ist, wer ganz für Gott leben kann und ihm als sein Diener zur Verfügung steht. Ist es paradox, dass für Jesus Freiheit in der Bindung zu leben ist? Der Bindung an den, der Freiheit garantiert. Wer Freiheit ohne Bindung sucht, bindet sich an sein (irres) Suchen.

Freiheit und Loyalität

Unsere Zivilisation, die auf Freiheit setzt, hat jüdisch-christliche Grundlagen. Die jüdische Kultur, in der Jesus lebt, ist eine Kultur der Loyalität – weil der Gott von Abraham, Mose und David, der Gott der Bibel, nicht lügt und täuscht, weil er sein Wort hält und unverbrüchlich treu ist. (Wenn dagegen ein unabsehbares Heer von Geistern und Naturmächten geglaubt wird oder viele Gottheiten oder ein launischer, willkürlicher Gott, der jederzeit jenseits seiner Worte tun kann, was er will: wenn dies geglaubt wird, erwächst daraus eine ganz andere, weniger transparente Kultur.)

Weil auf den Gott der Bibel Verlass ist wie auf einen unverrückbaren Felsen, darum erweist sich Bindung an und Zugehörigkeit zu ihm nicht als einengend, sondern als etwas grundlegend Positives – als befreiend. So wie ein kraftvoller Sprung in die Höhe voraussetzt, dass ich auf festem Boden stehe und abstossen kann.

Herzhaft bei der Sache

Jesus geht allerdings noch einen Schritt weiter und behauptet, dass eine Bindung an zwei Herren nicht funktioniert. Echte Loyalität ist unteilbar: Sie schliesst ein, dass ich mit Herz und Hand, mit ganzem Einsatz bei der Sache bin. Wenn schon eine von Vorbehalten angehauchte durchsetzte Loyalität diesen Namen fast nicht mehr verdient, wie dann, wenn sie aufgeteilt wird, weil jemand anders – wir leben inmitten von Ansprüchen – auch Einsatz für sich fordert?

Kein Hin-und-Her

Jesus sieht Geld und Besitz als eine solche Macht. Das aramäische Wort Mammon brauchen wir immer noch, weil er, der Aramäisch spricht, es in diesem Zusammenhang verwendet. Mammon meint nicht nur Geld, sondern alles, was Wert hat: auch Besitz und Kostbarkeiten. Mit beinahe schneidender Klarheit hält Jesus fest: „Kein Knecht kann zwei Herren dienen. Denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird sich an den einen halten und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Die Bibel, Lukas 16,13).

Das Sowohl-Als auch, das Durchschlängeln, den Hochseilakt und gediegenen Kompromiss gibt es für Jesus in dieser Sache nicht. Denn Gott ist Gott – man kann ihm nicht am Vormittag verpflichtet sein und ihn am Nachmittag hintergehen. Man kann ihn auch nicht einspannen für unsaubere Machenschaften, so profitabel sie auch sind. Die Spende heiligt die krumme Tour nicht.

Klarer Blick

Doch Jesus hat nicht nur Hochseilakrobaten und rücksichtslose Profitmaximierer im Visier. Dem Mammon dienen wir auch, wenn unser Wohlstand, unser besitzgestützter Komfort, den Blick für die Nöte von Mitmenschen trübt. Jesus zielt gerade auf jene, die mit dem Dienst an Mammon und dem Dienst an Gott jonglieren und meinen, dafür bei ihm noch Beifall abholen zu können.


Quelle: Jesus.ch

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