Wie tot fällt er um, erschlagen von dem, was er mit seinen inneren Augen wahrgenommen hat. Johannes schaut Christus, den auferstandenen Herrn. Jahrzehnte sind vergangen seit der Zeit, als Johannes mit Jesus durch Galiläa zog und nach Jerusalem hinaufwanderte, als er seine Hinrichtung, Auferstehung und Himmelfahrt erlebte. Mit Jesus kommt Gottes Herrschaft zu den Menschen! - diese Botschaft hat er nach der Ausgiessung des Heiligen Geistes mit den anderen Aposteln verkündigt. Er ist dabei ins ...
So nahe vor dem Ziel abgestürzt - in einem Augenblick alles im Eimer! So hat sich Saul seine Reise nicht vorgestellt.In Sachen Frömmigkeit kann keiner Saul das Wasser reichen. Der Auslandjude hat mit seinem Eifer alle pharisäischen Mitstudenten in Jerusalem in den Schatten gestellt. Er hat den Lehrstoff aufgesogen wie ein Schwamm, getrieben vom Verlangen, das Gesetz des Mose bis ins Letzte zu verstehen und zu halten. Vom Studenten zum FahnderDer Eifer lässt ihn neuerdings das Studium ...
Simon steckt im Strudel der Gefühle. Vor noch nicht zwei Wochen, in Jerusalem, als die Feinde zuschlugen, hat er geleugnet, Jesus überhaupt zu kennen. Dreimal geleugnet. So eine Schande. Dass er nun nachts fischen gehen will, überrascht die Freunde nicht. Simon war Fischer mit Leib und Seele, bevor er mit Jesus umherzog. Vielleicht kommt er so zur Ruhe. Jesus hat ihm einen zweiten Namen gegeben, der ‚Fels' bedeutet: Kephas im Aramäischen, Petrus in den westlichen Sprachen. Doch was soll ...
Jesus ist die Auferstehung, denn er ist auferstanden. Seine Freunde können es kaum glauben, wie er ihnen begegnet: derselbe Jesus, doch anders, von Gott auferweckt und verwandelt. In den Begegnungen stellt sich der Auferstandene vor; da ist nichts mehr von Kampf, Leiden und Tod, sondern - göttlicher Geist und Leben. Die kurzen biblischen Berichte sind Juwelen, in ihnen funkelt das Licht der Ewigkeit.Endlich zurück. Nach den aufwühlenden Tagen in Jerusalem sind die Freunde von Jesus wieder in ...
Er schüttelt den Kopf. Nein, Jesus kann das nicht gewesen sein. „Ihr habt euch in seiner Erscheinung getäuscht", sagt Thomas zu seinen Freunden. Er war weg, als Jesus am Osterabend durch die verschlossene Tür zu ihnen kam, mit ihnen sprach, Fisch ass - und so bleibt er skeptisch. Wie hätte das gehen sollen? Er hält sich an die Fakten: Der Meister starb und ist tot. Die anderen zehn Jünger, die wie Thomas die letzten Jahre mit Jesus durchs Land zogen, halten ihm entgegen: „Wir haben den ...
Am Abend des ersten Tages nach dem Sabbat des Pessachfestes sitzen die Jesus-Leute hinter verschlossenen Türen, niedergeschlagen und verwirrt. Was soll das heissen, dass Maria Magdalena und Simon den Meister gesehen haben wollen und behaupten, der Hingerichtete sei auferstanden? Frauen haben eine weitere Geschichte aufgetischt: Engel seien in der Grabhöhle gesessen, berichten Salome und Johanna und die andern, die den Leichnam einbalsamieren wollten. Diese Engel hätten ihnen gesagt, sie ...
Erdrückend lastet Vorgestern auf ihm. Er, der Sprecher der Jünger, der Mutigste, ihr Anführer, hat versagt. Beschämend. Er, Simon Petrus, hat Jesus im kritischen Augenblick - verleugnet! So getan, als hätte er nichts mit ihm zu tun. Um als Galiläer in Jerusalem seine Haut zu retten und nicht wie Jesus in die Mühle der Hassjustiz zu geraten.Das hat er geschafft, mit dreimaligem dreistem Lügen - und gleich geheult, als er sich vom Ort des Geschehens davongestohlen hat. Die Scham über das ...
Worauf warten sie denn in der Stadt, die Jesus getötet hat? Kleopas und sein Freund brauchen Luft. Raus aus dem Haus, in das sich die Anhänger, von der blutigen Hinrichtung noch wie betäubt, geflüchtet haben. Wozu noch warten? Es hat doch keinen Sinn mehr! Sie brauchen frische Luft.Jerusalem liegt hinter ihnen. Gedankenschwer schreiten sie aus, unterhalten sich über die Katastrophe von vorgestern. Gut zwei Stunden sind es ins Dorf Emmaus. Da kommen sie vielleicht zur Ruhe.Ein Mann holt sie ...
Maria Magdalena weint. Das Grab ist leer. Mit ihren Freundinnen wollte sie den Leichnam von Jesus salben. Doch er ist nicht mehr da. Zwei eigenartige Gestalten sitzen dort, wo er lag. Wer hat ihren verehrten Freund, der sie von Dämonen befreite, weggenommen?? Da ist noch jemand. Durch den Tränenschleier erkennt sie den Mann nicht, der sie anspricht: „Was weinst du? Wen suchst du?" Es wird der Gärtner sein, sinnt sie verstört und bittet ihn, ihr zu sagen, wo er den Leichnam hingelegt ...
Ein fairer Prozess ist nicht geplant, eine Justizfarce spielt sich ab. Bei seiner Verhaftung wird Jesus misshandelt. Der Hohepriester kann die Anklage vor dem Hohen Rat, den er frühmorgens zusammenruft, nicht mit glaubwürdigen Zeugen belegen. Jesus lässt sich nicht provozieren und schweigt meistens. Wie soll der Hohepriester erst den Statthalter des römischen Kaisers überzeugen, dass dieser Galiläer unschädlich gemacht werden muss? Hunderte gewaltbereite Kämpfer kämen eher für eine ...

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