Lebensrettend
Wir lebten in einer Stadt im Sahel. Das Baby unseres Nachbars, noch nicht halbjährig, wurde schwerkrank. Wir bekamen das natürlich mit. Ich ging hinüber und sah gerade, wie jemand Koranverse mit Tinte auf eine Platte schrieb. Das Geschriebene wurde abgewaschen und mit Wasser verdünnt. Die Flüssigkeit versuchten sie dem Mädchen einzuflössen, das vermutlich Malaria hatte. Es schrie und wehrte sich.
Ich hatte zu meinem Nachbarn, einem Polizisten, eine gute Beziehung. So traute ich mich, ihn mit deutlichen Worten zu warnen: Dies würde nicht helfen, seine Tochter würde sterben. Die Angehörigen waren in Panik. Ich redete ihm zu und konnte ihn schliesslich bewegen, dass er die Kleine nahm und mit mir zu zwei medizinisch ausgebildeten Kolleginnen ging. Sie behandelten sie, kühlten den Körper zuerst mit Wasser und gaben dem Baby Spritzen. Es überlebte.
Das Erlebnis führt vor Augen, wie der sogenannte Volksislam die Menschen prägt. Sie suchen mit magischen Mitteln Auswege aus Gefahren - bevor sie zum Arzt gehen. Der Einfluss von Marabous, Zauberern, ist gross. Dass der Nachbar überhaupt auf mich hörte, war erstaunlich - obwohl unsere Kinder miteinander spielten.
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Mission: Das Abenteuer, das jeden Preis wert ist

